Die erhaltenen bestände und Archivalien des Prussia-Museums als eine Quelle für Studien über Römische Funde im Gebiet zwischen Weichsel und Memel
2004, 47, Tom 47, Nr B
Uniwersytet Warszawski, Instytut Archeologii
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Abstrakt
D ie letzte Dekade des 20. Jh.s veränderte das politische Bild Mitteleuropas grundlegend; genauso tief greifend wandelte sich aber in dieser Zeit auch der Forschungsstand in der Vor- und Frühgeschichte dieser Region. Zu den wichtigsten neuen Erscheinungen gehörte nunmehr die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit1 , die jetzt ohne jegliche politische Beschränkungen umgesetzt werden konnte. Das beste Beispiel stellen die - im Titel erwähnten — Bestände und Archivalien des Prussia-Museums dar. Als eine einzige vorhandene Rest dieser Materialien, deren abenteuerliches Schicksal schon mehrmals beschrieben wurde2 , galten noch in den 1980 Jahren nur ganz wenige Funde, die hauptsächlich im Muzeum Warmii i Mazur in Olsztyn aufbewahrt wurden. Erst in der letzten Jahrzehnte des 20. Jh.s wurden „neue" Altertümer nach einem halben Jahrhundert teils im Magazin der Akademie der Wissenschaften der DDR in Berlin „wiederentdeckt" (1990), teils seit dem Jahr 1999 aus ihrem Versteck in einem Fort der ehemaligen Festung Königsberg, im heutigen Kaliningrad, schrittweise hervorgebracht. Die beiden Teile der so wiedergewonnenen Prussia-Sammlung wurden dann jeweils von den Mitarbeitern des Berliner Museums fur Vor- und Frühgeschichte bzw. des Kaliningrader IstoricnoChudozestvennij Muzej mühsam geordnet und konserviert — aufgrund der riesigen Zahl der Fundstücke und Archivalien ist diese „Ameisenarbeit" noch nicht beendet. Aber schon von Anfang an wurden diese Bestände den Forschern, die sich mit der „preußischen Archäologie" beschäftigen - mitunter inoffiziell — zur wissenschaftlichen Verfugung gestellt. Dank der Bemühungen unserer Kollegen — Archäologen, Archivaren, Konservatoren — aus Berlin und Königsberg entstehen jetzt ganz neue Möglichkeiten, die Vor- und Frühgeschichte des Gebietes zwischen Weichsel und Memel zu erforschen. Als ein Beispiel könnten die ersten Ergebnisse der Studien über römische Funde dienen, in denen es bereits gelungen ist, die „wiederentdeckten" Bestände und Archivalien des Prussia-Museums auszunutzen.
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