Auf der Suche nach dem "Gold des Nordens" Rom, die Barbaren und die Bernsteinstraße
2006, 48, Tom 48, Nr B
Uniwersytet Warszawski, Instytut Archeologii
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Abstrakt
Im Jahr 98 n. Chr. begann der römische Politiker Publius Cornelius Tacitus, vir consularis - also ein Mitglied des engsten Kreises der römischen Machtelite - seine Laufbahn um die literarische Tätigkeit zu bereichern1. Sein erstes Werk war zwar klein, aber einer damals sehr aktuellen Problematik gewidmet: Tacitus beschrieb ein wildes Land, Germanien, das seinen Worten zufolge seit mehr als 200 Jahren die Römer zu besiegen versucht hatte2. In seinem Buch D e origine et situ Germanorum, abgekürzt Germania genannt, erstellte er ein so deutliches ethnographisches Bild der „barbarischen“ Bewohner Germaniens, dass sein Werk bis heute für jegliche Forschung am europäischen Altertum von grundlegender Bedeutung ist. Selbstverständlich wurden die G ermaniproximi ripae am präzisesten beschrieben, also diejenigen Germanen, welche in direkter Nähe der römischen Rheingrenze ansässig und den Römern mithin am besten bekannt waren. Den anderen Barbaren, die weiter entfernt, tief in Germanien wohnten, wurden in der Regel nur wenige Worte gewidmet.